Was sind Baumperlen

Viele meiner angebotenen Schmuckstücke bestehen aus den sogenannten Baumperlen, oder wie ich sie oft liebevoll nenne, Knubbel.

Es gibt noch unzählige weitere Bezeichnungen für diese zauberhaften Knollen, wie:

Baumknolle, Maserknolle, Druidenei, Hexenei, Baumträne, Baumling, Baumkallus, Schlangenei, Drachenei, Baumfurz, Hexenfurz oder Knorz.

Wer noch weitere Namen kennt, kann sich gerne bei mir melden. =)
Bezeichnungen in Englisch oder anderen Sprachen würden mich brennend interessieren.

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Baumperlen finden

Solche Knubbel wachsen an vielen heimischen Bäumen, wie Eiche, Ahorn, Linde, Kirsche, Erle oder Weide.

Sehr gut sichtbar sind sie an der glatten Rinde von Buchen. Dort finden man sie meist an der unteren Hälfte des Baumstammes.

Ein paar ältere und größere Exemplare thronen in den fast unerreichbaren Baumwipfeln.

Aber auch im Verborgenen, unter Laub, Moos und Erde, oder hinter Efeuranken versteckt, kann man Baumperlen mit etwas Glück und gutem Gespür entdecken.

Wie entstehen Baumperlen

Diese Baumperlen entstehen während eines Heilungsprozesses. Nämlich dann, wenn sich ein Baum eine Verletzung an der Rinde zugezogen hat oder einen Fremdkörper abgibt.
Dabei wird vom Baum so viel positive Energie in die Gesundung konzentriert, dass das Gewebe rund um den verletzen Bereich schnell zu einer Knolle zusammenwächst.
Der Heilungsprozess kann von 5 bis zu 70 Jahren oder auch länger andauern. Sobald die Heilung beendet ist, lässt sich der Knubbel bequem von der Rinde lösen, oder fällt von alleine ab. Das man eine Baumperle auf dem Erdboden findet ist aber eher selten und als ganz Besonderes Geschenk des Waldes zu betrachten.
Keine Sorge also, ich füge dem Baum beim keinen Schaden zu.

Bitte gehe auch du respektvoll mit der Natur um und versuche die Knubbel nicht mit Gewalt oder Werkzeugen zu pflücken.

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Diese große Knolle findet man auf dem gleichnamigen Wanderweg nach Herzberg im Harz.

Riesige Knollen

Oft werde ich von Leuten, die das erste Mal etwas von Baumperlen gehört haben, gefragt, ob diese riesigen Knollen nicht auch Baumperlen sind. Das sind jedoch zwei verschiedene Schuhe und sollten nicht miteinander verwechselt werden.


Baumkrebs entsteht durch Wunden im Holz und in der Rinde, verursacht von aggressiven Bakterien oder Pilzen. 
Der Baum versucht den Wundbereich durch die Kalluswucherungen zu überwallen.
Die Erreger fressen sich aber immer tiefer in das Holz, was die Wunde weiter verbreitert. Die Folge: Es entstehen riesige Wuchergebilde.

Im Endstadium kann der betroffene Ast oder  Stamm sogar absterben.
Um den Baum zu heilen, sollte die betroffene Stelle also möglichst früh herausgeschnitten werden.

Da die Wunde nicht heilen kann, ist die Knolle stets fest mit dem Baum verwachsen. Im Gegensatz zu den Baumperlen kann man den Baumkrebs dadurch nicht von Hand lösen.

Baumperlen sammeln

Die beste Zeit zum Baumperlen sammeln ist im Frühjahr. Die Vegetation entwickelt sich erst noch und lässt ungehinderte Sicht und freien Weg zu den Bäumen. Da diese jetzt im Saft stehen, lässt sich auch die Rinde gut von den Knubbeln lösen.

 

Damit beginnt nun meine eigentliche Arbeit. Das Entrinden, wenn auch etwas mühsam, ist für mich immer der schönste Teil und vergleichbar mit dem Öffnen eines Überraschungseis. Unter der unscheinbaren Hülle verbergen sich oft die sonderbarsten Formen und Figuren. Keine Knolle gleicht der Anderen.
Das Schälen muss recht zeitnah nach der Ernte passieren, dann lässt sich die Rinde noch gut von der Hand lösen.

Kleiner Geheimtipp: Wenn man die Rinde behutsam mit einem Holzhammer mehrfach abklopft, lässt sie sich selbst von sehr großen alten Baumperlen einfach ablösen.

Für die Feinarbeiten nehme ich eine grobe Schuhbürste, oder ein stumpfes Messer zur Hilfe.
Anschließend werden die Baumperlen über Monate bis Jahre sorgsam getrocknet.

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Was sich wohl unter der Schale verbirgt? Das ist wie bei einem Überraschungsei! Mal ist eine interessante Färbung, eine tolle Maserung oder eine einzigartige Verwachsung zu entdecken. Besonders die Formen der Knubbel überraschen jedes Mal aufs Neue. Sie erinnern mal an Fabel- oder Fantasiewesen, mal an Tiere oder auch an Teile des Körpers, wie etwa ein Herz, oder Daumen.

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Dies ist eine meiner allerersten gefundenen Baumperlen und zugleich ein für mich heilig geschätztes Geschenk des Waldes.
Eine sehr selten zu findende Fichtenbaumperle in Form eines Elefanten. Sie trägt noch immer den Duft des Waldes in sich und lässt mich jedes Mal staunen wie ein Kind.

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Form- und Farbenreichtum - jede Baumperle ist einzigartig.

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Die magischen Baumperlen sind als Symbol für die heilende Kraft des Baumes zu verstehen. Es gibt Hinweise, dass bereits die keltischen Druiden diese als sakrale Gegenstände für ihre Rituale, insbesondere Heilungszeremonien benutzt haben.


Besonders spirituelle oder feinfühlige Menschen können diese Kraft in den Baumlingen auch spüren.
Probiert es doch selbst einmal und spürt hinein!